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Wem gehört das Guthaben bei einem Bausparvertrag?
Dem Kontoinhaber oder dem Zahler der Ansparraten?
Die klare Antwort des OGH, 5 Ob 45/04k: Dem Kontoinhaber!
Warum es zu einem Rechtsstreit gekommen ist, in dem erstmals über diese Frage
ein Höchstgericht zu entscheiden hatte, liegt folgender Sachverhalt zu
Grunde:
Der Vater schloss für seinen minderjährigen Sohn einen Bausparvertrag ab und
zahlte aus seinem eigenen Vermögen die Ansparraten. Nach Ablauf des Vertrages
und Erreichen der Volljährigkeit des Sohnes ließ sich der Vater das
Sparguthaben auf ein ihm gehöriges Konto überweisen. Der Sohn forderte von der
Bausparkasse die Auszahlung des Guthabens und berief sich auf das bestehende
Vertragsverhältnis, welches ihn als Kontoinhaber auswies. Da die Bausparkasse
die Auszahlung verweigerte, erhob der Sohn Klage, die - wie eingangs erwähnt -
zu seinem Gunsten ausging.
Der Spruch des OGH lautet: "Es dient der Rechtsklarheit im Bankgeschäft,
sich strickt an dem zwischen der Bank und ihrem Vertragspartner (Kontoinhaber)
bestehenden Rechtsverhältnis zu orientieren." Das Argument des Vaters, er
habe aus seinem Vermögen den Bausparvertrag dotiert und es war nie eine
Schenkung an den Sohn beabsichtigt, schmetterte das Höchstgericht damit ab,
dass das Innenverhältnis zwischen Vater und Sohn die Gläubigerstellung der
Bank gegenüber dem Kontoinhaber (Außenverhältnis) nicht tangiere. Die
Auszahlung an den Vater hatte demnach für die Bank keine schuldbefreiende
Wirkung. Auf Grund des OGH-Urteils musste die Bank das Guthaben nochmals an den
Sohn auszahlen. Der Bank verblieb lediglich ein Regressanspruch gegen den Vater.
Schlussfolgerungen für die Praxis
Zivilrechtliche Beurteilung
Die Bank hat sich ausschließlich am bestehenden Vertragsverhältnis mit dem
ausgewiesenen Kontoinhaber zu orientieren. Interne Vereinbarungen mit Dritten
(z.B. Personen, welche das Konto aus dem eigenen Vermögen dotieren) sind für
die Bank nicht relevant.
Steuerliche Beurteilung
- Pauschale Steuererstattung
§ 108 EStG begünstigt das Bausparen mit einer pauschalen Steuererstattung.
Ansparbeträge bis € 1.000,- pro Jahr werden derzeit mit einer staatlichen Prämie
von 3,5% gefördert. Diese Steuererstattung erhöht sich für weitere Beiträge
in der Höhe von jeweils € 1.000,- p.a. für den unbeschränkt
steuerpflichtigen (Ehe-) Partner und für jedes Kind, soweit diese Personen
nicht im selben Jahr die Steuererstattung auf Grund eines eigenen
Bausparvertrages in Anspruch nehmen. Will demnach der Vater für seine Kinder,
bzw. ein (Ehe-) Partner für seine (Ehe-) Partnerin die Steuerbegünstigung in
Anspruch nehmen, kann er dies im eigenen Namen - als Kontoinhaber -
bewerkstelligen. Die weit verbreitete Praxis, das Bausparkonto auf den Namen des
Kindes oder (Ehe-) Partners zu eröffnen, ist dann kontraproduktiv, wenn keine
Schenkung an diese Personen gewollt ist. Auf diese Weise können Streitigkeiten
beim Abreifen des Bausparvertrages vermieden werden, die insbesondere bei
Scheidungen und -wie der oben angeführte Fall zeigt - auch bei (uneinsichtigen)
Kindern auftreten können.
Schenkungsteuer
Steuerpflichtig ist eine Schenkung im Sinne des bürgerlichen Rechtes, welche
den Schenkungswillen des Geschenkgebers voraussetzt. Die bloße Einzahlung auf
ein Bausparkonto, welches auf den Namen einer anderen Person lautet, ist für
sich allein noch kein Schenkungsteuer-Tatbestand. Erst wenn damit die
Schenkungsabsicht verbunden ist, handelt es sich um eine Schenkung im
steuerlichen Sinn. Besteht diese Absicht von Anfang an, löst bereits die
Zahlung der Ansparrate Schenkungssteuerpflicht aus. Hierbei sind allerdings die
Bestimmungen über die Freibeträge (§ 14 ErbStG) und die Zusammenrechnung
mehrerer Erwerbe (§ 17 ErbStG) zu beachten. Für Kinder und Ehegatten beträgt
der Freibetrag € 2.200,-. Für Ehegatten besteht neben dem erwähnten
Freibetrag noch ein zusätzlicher Freibetrag von € 7.300,-.
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